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Der Functional Movement Screen (FMS)



Der Functional Movement Screen (FMS) ermöglicht es die Qualität von Bewegungen zu überprüfen. Der Test besteht aus 7 Übungen, die es dem Tester erlauben objektiv grundlegende Bewegungsmuster zu beurteilen.


Entwicklung und Anwendung im Leistungssport

Gray Cook entwickelte diesen Test, um Schwächen am Bewegungsapparat der ihm anvertrauten Spitzensportler frühzeitig zu identifizieren und diese dadurch vor Verletzungen zu bewahren (1). "Wir haben bisher über kein System verfügt, das uns erlaubt hat, die Qualität von Bewegungen zu überprüfen, bevor wir die Quantität bewerten", sagt Cook (2). Inzwischen gibt es zu dieser Testbatterie auch erste wissenschaftliche Untersuchungen, die seine gute Intertesterreliabilität und auch das prognostische Potenzial hinsichtlich der Verletzungswahrscheinlichkeit belegen (1).

Der damalige Nationaltrainer Jürgen Klinsmann führte den FMS im Vorfeld des „Sommermärchens“ aus den USA in den deutschen Fußball ein und trug damit wesentlich zur Verbreitung des Tests in Europa bei (3). Der FMS hat sich inzwischen im praktischen Athletiktraining diverser Spielsportarten zum Test von Beweglichkeit und Kraftfähigkeiten innerhalb grundlegender Bewegungsmuster bewährt und wird sportartenübergreifend angewendet. Doch nicht nur Profis, sondern auch Breitensportler profitieren von einer Diagnostik zu Beginn des Trainings.


Diagnostik im Breitensport

In meinem 2018 veröffentlichten Fachartikel zähle ich eine ganze Reihe von Gründen auf, die für eine Diagnostik sprechen (4):

· Erfassen des Gesundheits- und Leistungszustandes

· Stärken und Schwächen ermitteln

· Frühzeitig mögliche Gefahren, wie muskuläre Dysbalancen und Übertraining, erkennen

· Wettkampfleistungen prognostizieren

· Daten für die spätere Evaluation sammeln

· Objektiv die Wirkung der Trainingsprogramme messen.

Für mich als Personal Trainer, der sich auf die Fahne geschrieben hat mit wissenschaftlich fundierten Trainingsmethoden den bestmöglichen Nutzen für seine Kunden zu erreichen, gehören Tests zum gesamten Trainingsprozess. Natürlich müssen Testbatterien an den Kunden angepasst werden. Ein Freizeitsportler, dessen Ziel es ist Muskulatur aufzubauen muss einen anderen Eingangstest absolvieren als z. B. ein Patient, der nach einer Schulteroperation wieder Stabilität und Mobilität im Schultergelenk erreichen möchte.


Anwendung im Breitensport

Der Functional Movement Screen erlaubt es objektiv die Qualität von Bewegungen zu analysieren. Zusammen mit Krafttests ergeben sich so viele wertvolle Informationen über den Gesundheits- und Leistungszustand eines Kunden. Trainingseinheiten werden entsprechend individuell gestaltet und mögliche Defizite können gezielt beseitigt werden. Der FMS ist ein Test für gesunde und unverletzte Personen. Bei Sportlern mit Verletzungen am Bewegungsapparat hat diese Screening Methode wenig Sinn. Bei Personen mit einem gesunden Bewegungsapparat lassen sich durch den Test mögliche Gefahren, wie muskuläre Dysbalancen, frühzeitig erkennen und Stärken und Schwächen ermitteln.



Das Foto zeigt eine der 7 Testübungen, den Deep Squad. Dabei wird die symmetrische Mobilität der Hüfte-, Knie-, Sprung- und Schultergelenke getestet. Bei einer guten Beweglichkeit der beteiligten Gelenke sowie einer mobilen und stabilen Wirbelsäule befindet sich der Sportler in der tiefen Kniebeuge, der Rücken ist gerade, die Fersen sind am Boden, beide Arme sind gestreckt und halten den Stab über dem Kopf, die Wirbelsäule ist parallel zu den Tibiakanten. Die Sportlerin auf dem Foto demonstriert die Übung mit erhöhten Fersen. Die volle Punktzahl gibt es allerdings nur, wenn die Füße auf dem Boden stehen. Die anderen 6 Testübungen sind ebenfalls gut standardisiert und erlauben so eine objektive Bewertung der ausgeführten Bewegungsmuster.


Fazit

Tests sollten nicht nur im Leistungssport elementarer Bestandteil des Trainingsprozesses sein. Auch Breiten- und Freizeitsportler profitieren von einer Diagnostik Dabei kann der Functional Movement Screen ein sinnvoller Bestandteil sein, da damit die Qualität von Bewegungsmustern objektiv bewertet werden kann.


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Quellen:

1. Schmidtlein, O., Keller, M. & Kurz, E. (2013). Testbatterie für Aktive. Functional Movement Screen. In PhysioPraxis. April 2013. 11. Jahrgang. S. 26-29

2. Glynn, P. (2013). Testen, Testen Testen. In Funkctional Training Magazin. 2. Jahrgang. Heft 03. S.64-65.

3. Weber-Spickschen, S. Functional Movement Screening (FMS). In medicalsportsnetwork 02.13. S. 11-13.

4. Kuhn, T. (2018). Leistungsdiagnostik mit Gesundheits- und Fitnesssportler. In Leistungslust. August Ausgabe 2018. S. 39-43.

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