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Krafttraining mit jungen Sportlern



Während noch vor 40 Jahren von einem Krafttraining für Kinder und Jugendliche abgeraten wurde, wissen wir heutzutage, dass der gezielte Einsatz von Kräftigungsübungen durchaus sinnvoll ist. Besonders im Verlauf der letzten 15 Jahre hat das Krafttraining für junge Sportler an Popularität gewonnen, weil Eltern, Trainer und Sportmediziner sich seiner Vorteile selbst für 5-6 Jahre alte Kinder bewusst geworden sind (1).


Die Vorteile von Krafttraining im Kindes- und Jugendalter

Der aktuelle empirische Kenntnisstand dokumentiert, dass durch ein Krafttraining im Kindes- und Jugendalter Verbesserungen

  • der Maximalkraft, Schnellkraft und Kraftausdauer,

  • der Ausführung elementarer und sportmotorischer Bewegungstechniken,

  • der sportartspezifischen Leistung,

  • der Körperzusammensetzung,

  • der Knochendichte,

  • der langfristigen Belastungsverträglichkeit,

  • der psychischen Gesundheit und

  • der Einstellung zum lebenslangen Sporttreiben

erreicht werden können (2). Besonders auch mit Blick auf die Entwicklung der Freizeitaktivitäten von Kindern und Jugendlichen wird ein Krafttraining immer wichtiger. Kraftbetonte Freizeitaktivitäten, wie zum Beispiel klettern und hangeln, nehmen ab und werden durch das Spielen am PC oder der Konsole abgelöst. Gezieltes Krafttraining kann hier einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der motorischen Fähigkeiten Kraft und Koordination leisten. Für Kinder und Jugendliche ,die sportlich bereits aktiv sind oder im Nachwuchsbereich sogar spitzensportorientiert trainieren ist das Krafttraining eine elementare Säule, um den konditionellen Leistungszustand zu verbessern. Außerdem stärkt ein entsprechendes Krafttraining den Bewegungsapparat und trägt so zur langfristigen Verletzungsprophylaxe bei.


Geringes Verletzungsrisiko durch richtiges Krafttraining

Häufig beschäftigt Eltern die Frage nach dem Verletzungsrisiko eines Krafttrainings ihrer Kinder. Das Verletzungsrisiko bei einem angeleiteten Krafttraining ist extrem gering. Studien zeigen, dass es bei 0,003 Verletzungen pro 100 Stunden Krafttraining liegt. Im Vergleich dazu sind es beim Fußball 6,2 Verletzungen pro 100 Stunden (2). Die primäre Ursache von Verletzungen im Krafttraining sind fehlerhafte Übungstechniken und eine mangelhafte Hilfestellung (1). Beide Ursachen können von einem ausgebildeten Kraft- und Koordinationsexperten ausgeschlossen werden (1). Ein, durch geschultes Personal, angeleites Krafttraining im Kindes- und Jugendalter kann als sichere Trainingsmethode betrachtet werden (3).

Angeleitetes Krafttraining mit Kindern und Jugendlichen ist also ungefährlich und wirkt sich positiv auf die physische und psychische Gesundheit und Leistungsfähigkeit der jungen Sportler aus.


Training mit jungen Sportlern in der Praxis

In der Trainingspraxis muss immer der Grundsatz berücksichtigt werden, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind. Deshalb lassen sich Trainingsratschläge für Erwachsene auch nicht ohne weiteres auf das Training mit Kindern und Jugendlichen übertragen. Das Kind sollte sich mit dem Trainingsprogramm wohlfühlen und Spaß am Krafttraining haben. Eine Belastungssteigerung sollte zunächst über den Umfang und erst später über die Intensität erfolgen, die Belastungstoleranz ist ständig zu kontrollieren. Bei Problemen müssen entsprechende Änderungen vorgenommen werden. Im Mittelpunkt des Trainings muss immer eine korrekte Bewegungsausführung stehen. Im Personal Training mit Kindern und Jugendlichen achte ich immer auf eine technisch einwandfreie Bewegungsausführung und steigere nur allmählich die Belastung. Besonderen Wert lege ich auch auf koordinative Übungen und Gleichgewichtstraining als Kraftvorbereitung und Kraftunterstützung.

Eine besondere Herausforderung ist das Training mit Leistungssportlern im Nachwuchsbereich. Dabei muss zusätzlich noch die sportartspezifische Ausrichtung berücksichtigt werden. Nur, wenn individuell, planmäßig und systematisch trainiert wird können langfristige Effekte erzielt werden. Die Kraft- und Konditionsexperten Zatsiorsky und Kraemer bemängeln, dass auch heute noch viele Kinder und Jugendliche an Wettkämpfen teilnehmen, ohne über die ausreichende körperliche Vorbereitung zu verfügen, die erforderlich ist, um den Anforderungen der Sportart gewachsen zu sein (1). Ein professionell angeleitetes Personal Training kann hier einen wichtigen Beitrag leisten.


Fazit

Betreutes Krafttraining mit Kindern und Jugendlichen ist ungefährlich und hat viele Vorteile für die jungen Sportler. Die korrekte Bewegungsausführung muss stets im Mittelpunkt aller Aspekte des Krafttrainings stehen. Eine Trainingsbetreuung durch einen geschulten Trainer ist erforderlich. Gerade im Personal Training können effektive und abwechslungsreiche Krafttrainingsprogramme gestaltet werden, um Langeweile zu vermeiden und Leistungsfortschritte zu optimieren.


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Quellen

1. Zatsiorsky, V. M. & Kraemer W. J. (2016). Krafttraining. Praxis und Wissenschaft. 4. Auflage. Aachen: Meyer & Meyer

2. Büsch, D., Prieske, O., Kriemler, S., Puta, C.; Gabriel, H.; Granacher, U. (2017). Krafttraining im Kindes- und Jugendalter. Schweizerische Zeitschrift für Sportmedizin & Sporttraumatologie . 2017, Vol. 65 Issue 3, p34-42. 9p.

3. Prieske, O., Lesinski, M., Kriemler, S. & Granacher, U. (2017)

Krafttraining im Kindes- und Jugendalter Wirkungen, Anpassungsmechanismen und Empfehlungen. Verfügbar unter researchgate.net


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