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Training während der Schwangerschaft

Training während der Schwangerschaft? Ist das gesund? Ungefährlich für das ungeborene Kind? Ratsam für die Mutter? Das Thema Sport und Training während der Schwangerschaft führt häufig zu Verunsicherungen. Dabei hat sportliches Training während der Schwangerschaft viele Vorteile.



Die Vorteile

Gerade während der Schwangerschaft entwickeln viele Frauen ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Gesundheit. Zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil gehört neben einer bedarfsgerechten Ernährung auch Bewegung und Sport. Doch lange Zeit war man der Ansicht, dass sportliche Betätigung in der Schwangerschaft für die Schwangere und deren Ungeborenes negative Auswirkungen habe. In den letzten Jahrzehnten hat sich diese Ansicht deutlich geändert (1).

Eine Schwangerschaft führt zu vielen Veränderungen. Das Körpergewicht steigt an und führt zu einer erhöhten Beanspruchung der Gelenke. Der Körperschwerpunkt verlagert sich durch einen vergrößerten Uterus und eine Volumenzunahme der Brüste nach vorne und führt zu einer Kippung des Beckens und einer verstärkten Lordose in der Lendenwirbelsäule, was wiederum Rückenschmerzen begünstigt (1). Stoffwechselvorgänge passen sich an und auch psychische Faktoren sind zu berücksichtigen.

Sportliches Training trägt dazu bei einer übermäßigen Gewichtszunahme entgegenzuwirken, Gelenke muskulär zu stabilisieren, Rückenschmerzen vorzubeugen und das allgemeine Wohlbefinden zu erhöhen. Durch ein entsprechendes Training kann die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert werden und dadurch die Entbindung und das Wochenbett erleichtern.

Wie eben erläutert sind die Vorteile für ein Training während der Schwangerschaft zahlreich. Allerdings ist es dabei entscheidend nicht "irgendwie" zu trainieren, sondern das Training anzupassen und im Idealfall unter professioneller Anleitung durchzuführen.


Das Training anpassen

Ein Training während der Schwangerschaft muss systematisch aufgebaut und sorgsam geplant sein. Verschiedenste Faktoren müssen dabei berücksichtigt werden.

Bei einem sportlichen Training während der Schwangerschaft müssen die oben genannten Veränderungen berücksichtigt werden. Zum Beispiel muss die Rücken- und Hüftstreckende Muskulatur gezielt trainiert werden, um Rückenschmerzen vorzubeugen. Die Übungsauswahl und die Belastungsintensität hängt dabei aber auch stark von der individuellen Leistungsfähigkeit ab. Grundsätzlich gilt, dass ein umfangorientiertes Krafttraining unbedingt einem intensitätsorientierten vorzuziehen ist.

Ein weiterer Faktor ist die Atmung. Der richtigen Atemtechnik muss während der Übungsausführung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Eine Pressatmung ist dabei unbedingt zu vermeiden, da diese zu einem hohen Anstieg des intrathorakalen Drucks führt.

Die gerade beschriebenen Beispiele zeigen, dass Trainingsprogramme während der Schwangerschaft sorgfältig geplant und unter geschulter Anleitung durchgeführt werden sollten. Bei einigen Kontraindikatoren, sollte allerdings von einem Training abgesehen werden. Dazu gehören unter anderem hämodynamisch wirksame Herzerkrankungen, restriktive Lungenerkrankungen und Bluthochdruck (2).

In jedem Fall sollte immer eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.


Fazit

Training während der Schwangerschaft hat viele Vorteile. Bei der Trainingsgestaltung gilt es einige Grundsätze zu berücksichtigen. Daher sollte der gesamte Trainingsprozess professionell überwacht werden. Vor Aufnahme des Trainings gilt es alle Kontraindikatoren auszuschließen und Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten.



Quellen:

1. Korsten-Reck U, Marquardt K & Wurster KG. (2009). Schwangerschaft und Sport. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. Jahrgang 60, nr. 5 . S. 117-121

2. Artal R & O'Toole M. (2003). Guidelines of the American College of Obstetricians and Gynecologists for exercise during pregnancy and the postpartum period. Br J Sports Med 37 (2003) 6-12.

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