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Wissenschaftlich fundiertes Training: Mehr als nur ein Slogan



Wissenschaftlich fundiertes Training. So steht es auf meinem Logo. Meine Trainingsphilosophie lautet wissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis nutzen. Warum das für mich der einzig sinnvolle Ansatz ist mit meinen Kunden zu arbeiten, möchte ich in diesem Beitrag erläutern.



Wissenschaftlich fundiertes Training für optimale Ergebnisse

Der entscheidende Grund für mich sportwissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis anzuwenden ist, meinen Kunden den größtmöglichen Nutzen aus einem Personal Training mit mir zu ermöglichen. Niemand trainiert aus Langeweile und damit alles so bleibt wie es ist. Es erfordert Motivation und Wille sich neben Beruf und Familie die Zeit zunehmen etwas für die eigene Gesundheit und Fitness zu tun. Diese Zeit sollte dann auch bestmöglich genutzt werden.

Zu mir kommen auch immer wieder Sportler, die schon jahrelang in Fitnessstudios oder alleine trainierten, ohne nennenswerte Fortschritte zu machen. Oft berichten sie von anfänglichen Leistungssteigerungen, die bald stagnierten. Bei anderen ist der Trainingserfolg ganz ausgeblieben und wieder andere haben durch falsches Training ihrem Bewegungsapparat sogar geschadet. Doch nicht nur im Fitness- und Gesundheitssport ist ein professionelles Training wichtig, für Leistungssportler hängt ihr sportlicher Erfolg von einer optimalen Vorbereitung ab. Fehler im Trainingsprozess führen zu schlechten Ergebnissen bei Wettkämpfen und das bedeutet für Profisportler weniger Einkommen durch Sponsoren und Prämien.

Bei rehabilitativen Trainingsprogrammen geht es sogar um die Bewegungs- und damit Lebensqualität des Patienten.

Ob Fitnesstraining, Leistungssport oder Rehabilitation: Wissenschaftlich fundierte Trainingsprogramme sind für optimale Ergebnisse von entscheidender Bedeutung.


Zu wenig Wissenschaft in der Praxis

Prof. Dr. Dr. Dietmar Schmidtbleicher vom Institut für Sportwissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt führt in einem Beitrag, der 2010 in der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin erschienen ist, einige Beispiele auf, die zeigen, dass das universitäre Wissen der Sportmedizin und Sportwissenschaft oft nur spärlich genutzt wird. Ein Beispiel möchte ich hier gerne wiedergeben.

Seit über 20 Jahren ist bekannt, dass Spitzensportler – z.B. Sprinter – über gute Kraftwerte in ihrer „Antriebsmuskulatur“ verfügen, die stabilisierende Rumpfmuskulatur dagegen aber schwach ausgebildet ist. Eine optimale Impulsübertragung auf den Boden kann aber nur erfolgen, wenn der Rumpf „stabil“ ist. Die Kräftigung der Rumpfmuskulatur erfolgt mit anderen Trainingsmethoden als die der Arme und Beine, weil diese Muskeln über eine andere Muskelfaserzusammensetzung verfügen. Mit schöner Regelmäßigkeit wird dieser Missstand seit Jahren diagnostiziert. Interessant ist, dass vergleichbare Diagnoseergebnisse für Patienten mit Gang- und Gleichgewichtsstörungen und insbesondere für Patienten mit einer „Rückenproblematik“ vorliegen (1).

Würde das vorhandene Wissen in der Praxis genützt, könnten Leitungssportler ihre Leistungsfähigkeit weiter steigern und in der Therapie könnten bessere und schnellere Erfolge erzielt werden.


Praxisbeispiel

Als studierter Fitnessökonom und Personal Trainer stütze ich mein Training auf eine wissenschaftliche Basis. Die elementaren Trainingsprinzipien sind dabei die Grundpfeiler des gesamten Trainingsprozesses, alle Teilschritte der Trainingssteuerung werden berücksichtigt und spezifische Trainingsmethoden werden je nach individueller Zielsetzung und Voraussetzung angewendet. In der Trainingstherapie werden die Phasen der Wundheilung und das Stufenmodell des Wiederaufbautrainings in der Trainingsplanung bedacht. Im Leistungssport wird dem Anforderungsprofil der Sportart entsprechend trainiert. Die Auswahl geeigneter Übungen, eine korrekte Bewegungsausführung und die richtige Bewegungsgeschwindigkeit passe ich der jeweiligen Trainingsmethode an und kontrolliere sie immer wieder.

Fragen nach der optimalen Übung beantworte ich nicht nur aufgrund von Praxiserfahrungen, sondern beziehe sportwissenschaftliche Untersuchungen mit ein. Beispielsweise zeigen EMG-Übungsanalysen, dass das Schrägbankdrücken im Vergleich zum Flachbankdrücken weniger effektiv für den Brustmuskel ist und eine positive Bankneigung nicht - wie häufig angenommen- zu einer verstärkten Aktivierung des oberen Anteils der Brustmuskulatur führt (2). Für die Trainingspraxis heißt das konkret: Bankdrücken auf der Flachbank der Schrägbank vorziehen, wenn es um die Entwicklung der Brustmuskulatur geht.

Ein weiteres Beispiel aus dem zurzeit vielbeschriebenen Thema Core-Training:

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass zusätzliche Perturbation in Form einer motorischen Zusatzaufgabe während einer rumpf-spezifischen Übung (Seitstütz) die neuromuskuläre Aktivität des Rumpfes signifikant erhöht (3). Motorische Aufgaben während des Seitstütz machen diese Übung effektiver für die Rumpfmuskulatur und sollten in der Praxis angewendet werden.

Die Liste von Beispielen könnte ich problemlos einige Seiten lang weiterführen, allerdings würde das hier den Rahmen sprengen.


Wissenschaft und Praxis

Wissenschaftlich fundiertes Training ist also mehr als nur ein Slogan. Es ist die Basis meiner Arbeit und ermöglicht all meinen Kunden das Beste aus ihrem Training rauszuholen. Wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse am Besten in der Praxis umsetzen lassen und bei welchem Trainingsprogramm sie wie angewendet werden hängt in hohem Maß von der Praxiserfahrung des Trainers ab.

Die Entwicklung eines optimalen Programms für einen Sportler basiert auf einer Kombination von soliden Prinzipien, praktischen Coachingerfahrungen und universitärem Wissen (4).


Fazit

Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen in der Praxis genützt werden, um Kunden den größtmöglichen Nutzen aus einem Personal Training zu ermöglichen. Dieses Wissen in Kombination mit praktischer Trainingserfahrung ist der Schlüssel zum Erfolg.



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Quellen

1. Prof. Dr. Dr. Dietmar Schmidtbleicher (2010). Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. Jahrgang 61, Nr. 7-8.

2. Boeckh-Behrens & Buskies (2016). Fitnesskrafttraining. 17. Auflage. Hamburg: Rowohlt

3. Baritello O, Stoll J, Martinez-Valdes E, Müller S, Mayer F, Müller J (2019). Neuromuscular Activity of Trunk Muscles during Side Plank Exercise and an Additional Motoric-Task Perturbation. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. S. 153-158

4. Zatsiorsky, V. & Kraemer, W. (2008). Krafttraining - Praxis und Wissenschaft. 3. Auflage. Aachen: Meyer & Meyer

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